Galaabend der Rotzfrechen Asphaltkultur

Wann: 19. Mai 2012, ab 18 Uhr
Wo: Klubhaus Saalfeld
Infos: http://rak-treffen.de und http://www.klubhaus-saalfeld.de/

Die RotzfrecheAsphaltKultur (RAK) ist ein Zusammenschluss von alternativen, gesellschaftskritischen und emanzipatorischen Straßen- und Kleinkünstler_innen.
Seit nunmehr 30 Jahren machen Diese einzeln sowie in Gruppen oder Projekten, meist in unterschiedlichen Besetzungen und Generationen die Bühnen unsicher.

Diese Bühnen entstehen da, wo wir sie schaffen: Ursprünglich trafen sich in der RAK vor allem Menschen, die auf der Straße Musik machten. Heute spielen wir auch in Parks, linken Zentren, im besetzten Haus und im Landprojekt, in Häusern und Wagenburgen. Kurz: Überall. Dies tun wir mit der Intention, etwas Chaos und Träume in die Köpfe zu streuen und den grauen Alltag umzukrempeln.

Nun kommt die RAK in die „Provinz“: Das nächste RAK-Treffen findet im Mai in Saalfeld/Saale (Thüringen) statt. Mehr als 40 RAKis aus unterschiedlichen Bands und Projekten präsentieren in einem großen Galaabend verschiedene Schattierungen politisch engagierter Musik und Gegenkultur in einem langen Konzert mit anschließender Party.

Wir freuen uns, Teil dieser Gegenkultur zu sein, welche auch den Menschen in ländlichen Gegenden eine Alternative zu traditionellen Dorffesten, unangenehmen Diskoschuppen und regelmäßig stattfindenden Nazikonzerten bietet!

Die Rotzfreche Asphaltkultur lebt!

Zum Selbstverständnis der RAK: http://rak-treffen.de/die-rak/

Es gibt nichts zu feiern – außer den 8. Mai

Bericht vom Schwarz Roten Brett:

Heute vor 67. Jahren siegten die Alliierten über Nazi-Deutschland. Deswegen trafen sich in Saalfeld ca. 30 Menschen um zu feiern. Es wurde ein Redebeitrag (siehe unten) verlesen und anschließend mit Sekt angestoßen. Ein Feuerwerk und etwas Musik rundeten die Siegesfeier ab.

Redebeitrag:

Der 8. Mai – Tag der Befreiung…

Der 8. Mai als Tag der Befreiung jährt sich 2012 zum 67. Mal. Am 8. Mai 1945 erklärte die deutsche Wehrmacht gegenüber den siegreichen Alliierten und der Sowjetunion die bedingungslose Kapitulation.
Bis heute ist der 8. Mai in der Bundesrepublik weder Gedenk- noch Feiertag. Nur in Mecklenburg-Vorpommern ist dieses Datum als “Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus und der Beendigung des 2. Weltkrieges” ein gesetzlicher Gedenktag.
Mit dem 8. Mai beendeten die Alliierten den deutschen Vernichtungskrieg, die industrielle Vernichtung von Jüdinnen und Juden in der Shoah und all die anderen Grausamkeiten der Deutschen gegen diejenigen, die nicht in die nationalsozialistische Volksgemeischaft gehören sollten oder wollten. Der 8. Mai als Ende der praktizierten Barbarei sollte somit nach wie vor ein Tag der Freude sein.

Der 8. Mai – … aber kein Ende des Nationalsozialismus

Entgegen häufiger Irrtümer ist der 8. Mai nicht der Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus. Zwar beendete er die staatlich manifestierte Herrschaft des Nationalsozialismus – keineswegs verschwand mit dem 8. Mai jedoch die nationalsozialistische Ideologie von einem Tag auf den anderen. Antisemitismus, Nationalismus und volksgemeinschaftliches Denken existierten und existieren fort. Dass der 8. Mai der Tag der Befreiung ist und nicht der der Niederlage, haben in den mittlerweile 27 Jahren nach der Rede Richard von Weizsäckers, der als Bundespräsident 1985 in der Bundesrepublik den 8. Mai als Tag der Befreiung bezeichnete, vielleicht einige Politiker/innen verstanden. Aber für weite Teile der Bevölkerung ist der Tag nach wie vor bedeutungslos und für nicht wenige auch noch eine Niederlage.

Der 8. Mai – als falsche Befreiung

Doch selbst diejenigen, die von Befreiung sprechen, meinen nicht dasselbe. Denn die These, die Mehrheit der Deutschen sei vom nationalsozialistischen Regime unterdrückt worden, wird auch auf den 8. Mai angewendet. Dieser wird in jener Logik zu einer Befreiung der Deutschen von einer selbst unverschuldeten Diktatur und Terrorherrschaft umgedeutet, derer sich die Mehrheit nicht allein hätte entledigen können. Diese Deutung des 8. Mai ist genauso unsinnig und falsch, wie die Darstellung des Nationalsozialismus als ein von oben oktroyiertes Terrorregime zur Unterdrückung der Deutschen. Der Nationalsozialismus war kein Projekt gegen die Deutschen, sondern ein Projekt der Mehrheit der Deutschen. Der nationalsozialistische Staat hat sich auch nicht gegen, sondern mit Zustimmung übergroßer Teile der Bevölkerung konstituiert und die Verfolgung und Vernichtung von Millionen konnte nur mit bereitwilliger – und an vielen Stellen sogar enthusiastischer – Mitwirkung der Volksgemeinschaft so umgesetzt werden, wie sie umgesetzt wurde.

Dass diese grundlegenden Fakten gerne ausgeblendet werden, konstatierte beispielsweise der Politologe Daniel Jonah Goldhagen zuletzt anlässlich des 8. Mai 2005:
“Demgegenüber ist es kaum Bestandteil des deutschen gesellschaftlichen Bewußtseins, dass der Nazismus eine sehr hohe Popularität genoss und wenn nicht von allen, aber doch von einer großen Mehrheit der Deutschen unterstützt wurde; dass die Täter, ganz gewöhnliche Deutsche, dazu bereit waren, Juden, Sinti und Roma und andere Menschen zu massakrieren. […] Hitler war der populärste Politiker der deutschen Geschichte. Jede Auseinandersetzung mit der Geschichte hat mit diesen grundlegenden Fakten zu beginnen.”

Die Deutung des 8. Mai als Befreiung der Deutschen vom nationalsozialistischen Staat macht Täter/innen zu Opfern und somit diejenigen zu Befreiten von denen eigentlich befreit werden musste.

Der 8. Mai war die Befreiung vom Terror der Volksgemeinschaft und der Ausführung des Vernichtungswahns der Deutschen. Befreit wurden all die Menschen, die verfolgt wurden und Widerstand geleistet hatten. Der 8. Mai ist für sie die Befreiung von den “gewöhnlichen Deutschen” dieser Zeit. Dieser Einschätzung schließen wir uns an. Der 8. Mai darf kein Instrument des deutschen Geschichtsrevisionismus sein.

Der 8. Mai – auch den Befreier/innen danken

Den 8. Mai zu Feiern muss auch immer den Dank an diejenigen einschließen, die konsequent gegen den Nationalsozialismus gearbeitet haben und mit ihrem Einsatz den 8. Mai und die Befreiung erst möglich gemacht haben. Das schließt sowohl die Streitkräfte der Anti-Hitler-Koalition, als auch die Partisan/innen und andere Widerstandskämpfer/innen ein.

Der 8. Mai ist und bleibt Tag der Befreiung, soll gefeiert werden und muss gegen jede geschichtsrevisionistische Vereinnahmung verteidigt werden.

Quelle: http://agantifa.blogsport.de/ (Daten aktualisiert)

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NPD Beteiligung bei Landrats- und Bürgermeisterwahl

Am 22. April 2012 standen in Rudolstadt (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt), Lauscha und Sonneberg (beide Landkreis Sonneberg) jeweils ein Bürgermeisterkandidat für die NPD zur Wahl.
In Rudolstadt erzielte Friedhard Beck (ausführliche Informationen: http://saalfelder-nazis.info/node/10) 4,1 %, was einer Wählerschaft von 392 Menschen entspricht.1 Uwe Bäz-Dölle (ausführliche Informationen: http://saalfelder-nazis.info/node/14) kandidierte in Lauscha und erhielt 18,1 % der Stimmen, was bedeutet dass ihn 311 Menschen gewählt haben.2 In Sonneberg wählten 2,8 %, also 222 Menschen, Frank Neubert.3

Damit konnte die NPD in keinem dieser Orte einen Bürgermeister stellen, jedoch zeigt das Ergebnis aus Lauscha wieder, dass das Wählerpotenzial für die Rechten im ländlichen Gebiet deutlich stärker ist als in den Städten.
Die Kreisverbände der NPD Saalfeld-Rudolstadt / Sonneberg agierten gemeinsam über die Landkreisgrenzen hinweg. (ausführliche Informationen: http://saalfelder-nazis.info/node/16)
Auch das Freie Netz Saalfeld mischte sich in den Wahlkampf ein – sie unterstützten die NPD-Kandidaten und den neu gewählten Landrat Hartmut Holzhey (parteifrei).4 Dieser schaffte es bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht, sich zumindest verbal von der Unterstützung der Nazis zu distanzieren.

  1. http://wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=BM&wJahr=2012&zeigeErg=GEM&wknr=073≥mnr=73076 [zurück]
  2. http://wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=BM&wJahr=2012&zeigeErg=GEM&wknr=072≥mnr=72011 [zurück]
  3. http://wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=BM&wJahr=2012&zeigeErg=GEM&wknr=072≥mnr=72018 [zurück]
  4. [zurück]

Vortrag: Die Arbeit nieder! Luxus für alle!

Sonntag 22.04. / 17 Uhr – Haskala – Saalstraße 38

Der Papst verkündet, die Arbeit trage dazu bei, „Gott und den anderen näher zu sein.“ Bei der NPD firmiert „Arbeit“ noch vor „Familie“ und „Vaterland“ und linke Gruppen drohen ihren Gegnern in ihren abgehalfterten Demosprüchen an, sie „in die Produktion“ zu schicken und klammern sich an die Sklavenparole „Die Arbeit hoch!“ Statt für die Bedingungen der Möglichkeit individueller Freiheit und gesellschaftlicher Autonomie zu streiten, für eine Art produktiven Müßiggang, sucht man in der Schinderei der Arbeit Erfüllung – und findet sie womöglich auch noch.

Schon Hitler proklamierte in „Mein Kampf“ „den Sieg des Gedankens der schaffenden Arbeit, die selbst ewig antisemitisch war und antisemitisch sein wird.“ Wie ernst der Führer das gemeint hatte, konnte man später über den Toren der Vernichtungslager nachlesen. In der Huldigung des Prinzips der Arbeit finden rechts und links, sozialdemokratischer Etatismus und liberaler Verwertungswahn zueinander. Ob linke Globalisierungsgegner, christliche Sozialethiker oder faschistische Produktivitätsfanatiker: Helfershelfer bei der Rettung der Arbeit soll der Staat sein, der den zügellosen, nicht dingfest zu machenden Marktkräften den Betrug an der „ehrlichen Arbeit“ verunmöglichen soll: Kein Arbeitsfetischismus ohne Staatsfetischismus.

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter an der Universität Wien und engagiert sich bei Café Critique (www.cafecritique.priv.at). Er ist Autor von „Fetisch und Freiheit. Über die Rezeption der Marxschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital und die Kritik des Antisemitismus“ (ça ira 2007) sowie Herausgeber von „Feindaufklärung und Reeducation. Kritische Theorie gegen Postnazismus und Islamismus“ (ça ira 2006).

Quelle: http://haskala.de

Nazigedenken auf Saalfelder Friedhof

Am Jahrestag der Bombardierung Saalfelds fanden sich auch heute Morgen wieder die Kader des FN Saalfeld auf dem lokalen Friedhof ein.

Nicht ganz so pünktlich wie wir es von der Speerspitze des deutschen Widerstand erwartet hätten, stolperten nach und nach ganze 11 aufrechte Opferdeutsche zwischen den Gräbern umher. Von diesen ließen es sich einige nicht nehmen, schon im Vorfeld den Friedhof zu überprüfen. Ob dies eine verspätete Suche nach Ostereiern darstellen sollte oder die Teilnehmer schlicht nicht wussten, wo sie Aufstellung nehmen sollten, werden wir wohl nie erfahren.
Nachdem also auch den letzten Kamerad_innen klar war, dass außer Gräbern und Großmütterchen keine weitere Bedrohung in der Luft lag, auch nicht durch plötzlich herbei halluzinierte 70-100 Antifa-Schläger wie bei der Demo am 10.03., konnte es endlich losgehen.

Als Belohnung für seine Großtaten während der Antifa-Demo im März, als er versuchte die Demonstration abzufilmen, durfte diesmal Ringo Köhler eine herzzerreißende Rede über das Leid der Volksgemeinschaft während der Bombardierung Saalfelds halten. Seine bibbernden Kamerad_innen dankten es ihm mit betroffenen Blicken und der ein oder anderen Träne aufgrund des starken Windes. Trotzdem raten wir dem angehenden Führungskader Ringo bei der nächsten Opferei das Basecap vom Schädel zu nehmen. So sieht das doch nach nichts aus.

Anders als im letzten Jahr gab es diesmal keinen Kranz mit hübschen FN-Saalfeld Bändchen. Da hat die Klingelkasse nach der Sauferei um Ostern wohl nichts mehr ausgespuckt. Schade eigentlich, wir hatten uns schon auf neue Deko gefreut.