Was sich in Deutschland abspielt, ist unerträglich. Dreizehn Jahre lang konnten drei Thüringer Nazis ungestört durch die Republik reisen, Banken überfallen, Sprengstoff-Attentate verüben und Menschen ermorden. Ihre Opfer waren Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat und die Polizistin Michèle Kiesewetter. Die Morde der Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) wurden nur durch einen Zufallsfund nach dem Tod der beiden Nazis Böhnhardt und Mundlos im November 2011 aufgedeckt. Seitdem erfährt die Öffentlichkeit stückchenweise grauenhafte Details über die gezielte Hinrichtung von Migranten in ihren Geschäften, eine Nagelbombe in Köln-Mülheim und andere Anschläge eines Netzwerkes, von dem bisher nicht einmal abzusehen ist, wer ihm außer Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt noch angehört. Das ganze Ausmaß des Terrors ist noch nicht ersichtlich – möglicherweise steckt die Gruppe auch hinter einer Serie von Brandanschlägen in Völklingen und einem antisemitischen Bombenanschlag in Düsseldorf-Wehrhahn.
(mehr…)
Ein Videobeitrag der JG Stadtmitte über die Saalfelder Neonaziszene 1997/1998.
Anmerkungen:
Der Rudolf-Hess-Gedenkmarsch 1992 mit über 2000 Neonazis fand in Rudolstadt und nicht in Saalfeld statt.
Das Motto der (verbotenen) antifaschistischen Demonstration am 11. Oktober 1997 lautete: „Den rechten Konsens durchbrechen! Faschistische Strukturen aufdecken und zerschlagen!“. Der Aufruf ist hier nachzulesen.
Wir dokumentieren einen Bericht von Frontal21, der sich mit den Verbindungen von Neonazis und Rockern beschäftigt. Unter anderem findet Saalfeld Erwähnung, denn auch hier sind die Grenzen der beiden Gruppierungen fließend.
Quelle: ZDF, Frontal21 vom 18.10.2011
22.10.2011, Erfurt: ab 10 Uhr Kundgebung am Anger & 14 Uhr Demonstration ab Hauptbahnhof

Lager – Kontrolliertes Leben in Isolation
Entsprechend dem Asylbewerberleistungsgesetz sind Flüchtlinge dazu gezwungen, für die Dauer ihres Asylverfahrens und oft auch darüber hinaus in Sammelunterkünften zu leben. Diese liegen in Thüringen auf alle Landkreise verteilt. Da die überwiegenden Prämissen bei der Unterbringung möglichst geringe Kosten sind und – wie von behördlicher Seite oft bestätigt – räumliche Distanz zur angestammtem Bevölkerung, liegt der Großteil der Lager in Kleinstädten und Dörfern, meist noch außerhalb des Stadtgebiets und in den meisten Fällen in ehemaligen NVA-Kasernen oder DDR-Verwaltungsgebäuden. Um selbst keine Verantwortung zu tragen und die Kosten minimal zu halten, geben die meisten Landkreise die Betreibung der Lager an private Firmen ab, wodurch die ohnehin schlechten Bedingungen im reinen Profitinteresse noch weiter abnehmen.
(mehr…)
Kurzaufruf: Gegen Antisemitismus, Geschichtsrevisionismus und Sexismus!
Am 29. September 2011 hat sich die „freie Heimatzeitung“ „Arnstädter Stadtecho“ die Autorin und Journalistin Eva Herman zum „3. Arnstädter Stadtgespräch“ eingeladen. Herman wird dort über die von ihr so bezeichnete Hetzkampagne gegen ihre Person berichten, nachdem sie sich 2007 wohlwollend über völkische Familienpolitik äußerte und schließlich von ihrem Arbeitgeber, dem NDR, vor die Tür gesetzt wurde. Herman steht für politische Positionen ein, die dezidiert antifeministisch sind und auf Dauer zu einer Rehabilitierung von NS-Ideologie führen werden und sollen, von der sie sich jedoch, wie sich das für den demokratisch gewandeten Faschismus gehört, selbstverständlich vehement abgrenzt.
(mehr…)


